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Inkontinenz ist längst kein Schicksal mehr, das einfach hingenommen werden muss. Heute gibt es für die Betroffenen zahlreiche wirksame Behandlungsmethoden. Hilfe ist jedoch nur dann möglich, wenn die Inkontinenz nicht schamhaft verschwiegen wird, sondern als „Erkrankung“ verstanden und akzeptiert wird, die wie jede andere Erkrankung zu diagnostizieren und zu behandeln ist. Je früher die Therapie dabei einsetzt, umso besser sind die Aussichten auf Erfolg. Deshalb ist der Arzt auch bei noch so leichter Blasenschwäche der Ansprechpartner Nr. 1.
Für den Arzt ist es nicht schwer, die Ursachen für die Blasenschwäche zu finden. Die Diagnose erfolgt meist in drei Schritten. Sie beginnt mit der Anamnese, dem persönlichen Gespräch, danach folgen einige allgemeine körperliche Untersuchungen. Und zu guter Letzt können noch einige weiterführende fachärztliche Untersuchungen durchgeführt werden.
Die erforderlichen Untersuchungen sind für den Betroffenen weder schmerzhaft noch unangenehm. |
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Der erste und wichtigste Schritt besteht darin, sich dem Arzt anzuvertrauen. Dem Arzt ist dieses sensible Thema durch seine tägliche Arbeit vertraut. Ihm sollte alles mitgeteilt werden, was einen beschäftigt, denn jedes Detail kann wichtig sein. Und ist der Einstieg in das Gespräch erst einmal gefunden, dann sind die Hemmungen schnell verflogen und
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der Rest geht wie von alleine. Wem der Gedanke an ein Gespräch mit dem Arzt sehr unangenehm ist, der kann bereits zu Hause aufschreiben, was er fragen will und der Gesprächseinstieg wird erleichtert.
Der Arzt wird sich zunächst für die Krankengeschichte interessieren.
Mögliche Fragen des Arztes sind: |
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- Wie häufig gehen Sie am Tag zur Toilette?
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Haben Sie öfter das Gefühl, die Blase nicht richtig entleeren zu können?
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Haben Sie bei starkem Harndrang auch ungewollten Harnverlust?
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Geht Urin schon vor Erreichen der Toilette ab? Wenn ja, wie oft?
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Haben Sie immer dann Harndrang, wenn Sie nach Hause kommen? Wenn ja, seit wann?
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Entleert sich Ihre Blase, ohne dass Sie Harndrang verspüren? Oder nachdem Sie Harndrang verspüren?
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Müssen Sie bei Harndrang sofort zur Toilette, oder können Sie länger als 15 Minuten warten?
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Wie oft geht Harn unfreiwillig ab?
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Passiert das tagsüber, nachts, tropfenweise, im Strahl?
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Sind es bestimmte Situationen, in denen Sie Urin ungewollt verlieren, z.B. beim Husten, Lachen, Niesen oder Heben?
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Verspüren Sie ein Brennen beim Wasserlassen?
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Sind Sie manchmal auf der Toilette und können, obwohl Ihre Blase voll ist, kein Wasser lassen?
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Tröpfelt der Urin noch manchmal nach dem Wasserlassen?
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Ist der unfreiwillige Urinabgang zum ersten Mal in der Schwangerschaft oder direkt nach der Entbindung aufgetreten?
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Kann das Geräusch von fließendem Wasser bei Ihnen nicht unterdrückbaren Harndrang auslösen?
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Benutzen Sie ein Produkt gegen Blasenschwäche?
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Belastet Sie die Blasenschwäche?
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Welche Medikamente nehmen Sie ein?
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An welchen anderen Erkrankungen leiden Sie?
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Eine große Hilfe beim Anamnesegespräch ist, wenn der Betroffene ein so genanntes Miktionsprotokoll (Blasenentleerungsprotokoll) geführt hat. Hierin sollen über einige Tage – aber mindestens 24 Stunden – alle unfreiwilligen sowie die kontrolliert erfolgten Blasenentleerungen und wenn möglich auch die geschätzte Harnmenge notiert werden. Somit kann sich der Arzt ein gutes Bild über die Art und Schwere der Inkontinenz machen. |
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Nachdem sich der Arzt nun ein erstes Bild machen konnte, folgt die körperliche Untersuchung, die es ermöglicht, Informationen über die Mobilität sowie den mentalen wie körperlichen Status des Patienten zu erlangen. Dazu gehören u.a. das Abtasten und Abgrenzen der Blase und der umgebenden Organe. Bei Frauen ist eine Beurteilung der Beckenbodenmuskulatur, bei Männern der Prostata nötig. |
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Die Urinuntersuchung ist neben der Blutuntersuchung die wichtigste Methode, um Erkrankungen von Niere, Harnleiter, Blase und Harnröhre festzustellen.
Eine Urinprobe wird auf Bakterien, Eiter, Blut und andere Substanzen untersucht. Diese können auf Entzündungen oder Nierenstörungen hinweisen. |
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Durch eine Blutprobe kann der Arzt erhöhte Blutzuckerwerte oder eine gestörte Tätigkeit der Nieren feststellen. |
Mit Hilfe der Ultraschalluntersuchung, medizinisch korrekt Sonographie, können das Innere der Blase sowie andere Strukturen im Bauch- und Beckenraum beurteilt werden.
Die Ultraschalluntersuchung ist schmerzfrei und ohne Nebenwirkungen. |
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Für den Fall, dass der Arzt mit den oben genannten Untersuchungen die Ursache der Inkontinenz noch nicht eindeutig bestimmen konnte, folgen weitergehende Untersuchungen. Diese werden von Fachärzten wie z.B. Urologen oder Frauenärzten durchgeführt. |
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Ein einfaches diagnostisches Verfahren ist die Untersuchung des Harnflusses, auch Uroflow genannt. Mit diesem Verfahren wird festgestellt, ob ein Hindernis den Ausfluss der Blase stört und ob die Blase genügend Kraft aufbringen kann, den Urin hinauszubefördern. |
Die Blasenspiegelung ist eine endoskopische Untersuchung. Hierbei wird ein dünnes optisches Instrument, das Zytoskop, durch die Harnröhre bis in die Blase eingeführt. Durch das Zytoskop kann der Arzt Blase und Harnröhre direkt beobachten. Das dauert nur wenige Minuten und erfolgt meist ambulant.
Eine Blasenspiegelung wird nur dann eingesetzt, wenn durch die anderen Diagnoseverfahren keine eindeutigen Ergebnisse möglich waren. |
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Röntgenuntersuchungen können Harnleiter, Harnblase und Harnröhre darstellen, außerdem sind verschiedene Funktionstest mit und ohne Kontrastmittel möglich. |
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