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Inkontinenzhilfsmittel
Die Vielzahl der heute zur Verfügung stehenden Inkontinenzhilfsmittel macht eine individuelle Versorgung möglich. Inkontinenzhilfsmittel können sowohl vorübergehend zur Unterstützung einer begonnenen Therapie als auch zur dauerhaften Hilfe bei bleibender Inkontinenz eingesetzt werden.
Was sind Hilfsmittel?
Die offizielle Definition für Hilfsmittel lautet: Hilfsmittel sind sächliche medizinische Leistungen. Zu ihnen gehören:
  • Körperersatzstücke und orthopädische Hilfsmittel
  • Seh- und Hörhilfen
  • Inkontinenz- und Stoma-Artikel
  • Technische Produkte wie Applikationshilfen und Inhalationsgeräte
Der Begriff Hilfsmittel darf nicht mit dem Begriff Heilmittel verwechselt werden. Denn bei Heilmitteln handelt es sich um persönlich erbrachte medizinische Leistungen, insbesondere Leistungen der Physio-, Sprach- und der Beschäftigungstherapie.
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Welche Hilfsmittel gibt es bei Inkontinenz?
1. Aufsaugende Hilfsmittel
2. Ableitende Hilfsmittel
3. Sonstige Hilfsmittel
1. Aufsaugende Hilfsmittel
Viele Betroffene versuchen, die unkontrollierte Harnabgabe mit einfachen Mitteln, wie z.B. Toilettenpapier oder Slipeinlagen in den Griff zu bekommen. Doch Slipeinlagen oder Monatsbinden sind nicht für Urin gedacht: er kann nicht vollständig ins Innere dieser Hygieneartikel gelangen und daher ist die typische Geruchsbelästigung nicht zu vermeiden. Dabei stehen heute den Betroffenen zahlreiche Inkontinenzhilfsmittel zur Verfügung, die durch ihre spezielle Beschaffenheit ein unbeschwertes Leben ermöglichen.
Die Auswahl reicht von kleinen, anatomisch geformten Einlagen für Frauen über Tropfenfänger für Männer bis hin zu Tag- und Nachteinlagen mit hohen Saugstärken für beide Geschlechter.
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Tipps für die richtige Produktauswahl
Tipps für die richtige Größe der Produkte
Die Auswahl an verschiedenen Inkontinenzhilfen ist groß. Um das für die speziellen Anforderungen geeignete Hilfsmittel auszuwählen, bedarf es daher einiger grundlegender Überlegungen.

Je dicker, desto sicherer?
Dies ist ein Gedanke, der als sehr nahe liegend angesehen wird. Jedoch konnten die Produkte in den letzten Jahren durch die Entwicklung innovativer Saugstoffe zunehmend dünner und diskreter werden – ohne dabei ihre Saugleistung zu verringern. Diese Produkte sind hinsichtlich des Tragekomforts effektiver, sie tragen weniger auf und werden daher auch weniger als Fremdkörper empfunden. Weiterhin können diese Produkte durch die optimale Auslastung der Saugleistung auch wirtschaftlicher eingesetzt werden.

Je größer, desto sicherer?
Die Größe ist bei Inkontinenzslips kein Kriterium für Saugleistung und Sicherheit. Viel wichtiger ist es, neben der Auswahl der passenden Saugstärke auch die nötige Größe des Inkontinenzslips zu wählen, damit ein optimaler Schutz gewährleistet ist. Ist das Produkt zu groß oder zu klein gewählt, kommt es häufig zu Problemen mit der Auslaufsicherheit und dem Tragekomfort. Um die individuelle und passende Größe zu ermitteln, wird der Hüftumfang in Höhe des Beckenknochens gemessen.
Tipps für die Tag- und Nacht-Versorgung
Die Verwendung von Inkontinenzhilfsmitteln sollte je nach Tageszeit wechseln. Tagsüber sind zwar die Ausscheidungsabstände kürzer, dafür kann man häufiger und zu gegebener Zeit mit einem Wechsel der Einlage etc. reagieren. Hinzu kommt die körperliche Aktivität, die tagsüber natürlich höher ist. Die Betroffenen sollten sich daher tagsüber für Produkte entscheiden, die angenehm zu tragen und leicht anzulegen sind.
Nachts hingegen empfehlen sich Produkte, die über eine hohe Saugleistung und eine stärkere Fixierung verfügen, denn die Wechselintervalle in der Nacht sind länger und auch die Ausscheidungsmenge ist für gewöhnlich höher.
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Formen der aufsaugenden Inkontinenzhilfsmittel
Einlagen für Frauen
  Die Inkontinenzeinlage, wie z.B. MoliMed, saugt bei Frauen mit leichter Inkontinenz den Urin zuverlässig auf und schließt ihn ein. Sie ist unauffällig und wird einfach wie eine Damenbinde in den Slip geklebt. Dabei ist sie wesentlich zuverlässiger als eine Damenbinde, da sie extra für die Urininkontinenz konzipiert wurde.
Es gibt Inkontinenzeinlagen in verschiedenen Saugstärken.
Einlagen für Männer
  Männer mit Inkontinenz suchen nicht nur kompetente Beratung, sondern haben auch sehr konkrete Anforderungen an Produktlösungen. Daher wurden in der letzten Zeit spezielle Produkte für Männer entwickelt, die deren Bedürfnis nach Sicherheit, Zuverlässigkeit und vor allem Diskretion gerecht werden.
Die für Männer entwickelten Einlagen sind wie kleine Taschen geformt und somit speziell auf die Anatomie des Mannes zugeschnitten. Sie ermöglichen einen Rundumschutz sowie höchsten Tragekomfort. Gerade bei leichter Blasenschwäche mit tröpfchenweisem Urinabgang, wie sie oft nach Prostataoperationen auftritt, werden Einlagen für Männer eingesetzt. Sie verfügen dementsprechend auch nur über eine Saugleistung, die dieser Form der Inkontinenz gerecht wird.
  Und auch bei einer leichteren Form der Blasenschwäche gibt es spezielle Einlagen für Männer wie z.B. MoliMed for men protect, welche über eine innovative V-förmige Passform verfügt. Diese Produkte werden mit Hilfe einer Klebefläche in der Unterwäsche fixiert und sind auf diese Weise sehr diskret zu tragen.
Die klassische zweiteilige Vorlage
Hierbei handelt es sich um ein zweiteiliges System, das bei mittlerer bis schwerer Inkontinenz eingesetzt wird und aus einer Vorlage, wie z.B. MoliForm und einer Fixierhose besteht.
  Es stellt ein besonders hautfreundliches System dar, sofern auf die Verwendung einer Fixierhose aus Gummi verzichtet wird. Die Haut kann besser atmen und es entsteht das Gefühl von Wohlbefinden und Sicherheit.
Die Vorlagen unterscheiden sich von den oben genannten Einlagen durch ihre Größe und Saugkraft. Sie sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich und werden vor allem in Alten- und Pflegeheimen eingesetzt.
Ein wichtiger Aspekt ist gerade bei den Vorlagen das richtige Anlegen, denn nur so ist ein Auslaufen oder auch Verrutschen zu vermeiden, was die Mobilität der Betroffenen stark einschränken kann.
Auch hier gibt es inzwischen spezielle Produkte für Männer, wie z.B. MoliForm for men.
Fixierhosen für zweiteilige Vorlagen
Die Fixierhosen ermöglichen eine sichere, hygienische und einfache Fixierung von zweiteiligen Vorlagen. Sie sind stark dehnbar und passen sich allen Körperformen ausgezeichnet an, ohne einzuengen. Die hohe Elastizität ermöglicht zudem ein einfaches Wechseln der Vorlagen. Die Fixierhosen sind leicht, luftdurchlässig und können gewaschen werden. Je nach individueller Anforderung gibt es sie in verschiedenen Qualitäten, wie z.B. Molipants, Molipants Comfort oder Molipants 2000.
Die moderne einteilige Vorlage
Im Gegensatz zu der traditionellen zweiteiligen Vorlage, kann bei der einteiligen Vorlage auf eine Netz- oder Gummihose verzichtet werden. Die Fixierung der Vorlage erfolgt bei dieser recht neuen Form der Inkontinenzhilfsmittel durch Gurte. Eine Reinigung der Fixierungen entfällt im Normalfall.
Es werden hierbei zwei unterschiedliche Systeme angeboten. Das eine System zeichnet sich durch einen Einweggürtel aus, der mit dem Produkt verbunden ist. Beides – sowohl Einweggürtel als auch die Vorlage – werden gemeinsam entsorgt. Beim Mehrweggürtelsystem liegen jeder Packung zwei Gummigurte bei, die für den gesamten Inhalt der Packung verwendet werden können.
Derartige Inkontinenzhilfsmittel kommen überwiegend in Alten- und Pflegeheimen zum Einsatz.
Inkontinenzslips
Diese Inkontinenzhilfe ist ein wahres High-Tech-Produkt und wird bei der Versorgung von mittlerer bis schwerer Blasenschwäche eingesetzt. Inkontinenzslips eignen sich sowohl für mobile, aktive Personen als auch für pflegebedürftige, sehr unruhige Betroffene.
  Durch eine PVC-Außenfolie und einen Klebestreifen kann der Inkontinenzslip ohne zusätzliche Hilfsmittel am Körper fixiert werden. Die Klebestreifen können nach dem Öffnen auch wieder verschlossen werden und machen auf diese Weise ein Toilettentraining möglich.
Ein Superabsorber im Slip leitet die Flüssigkeit schnell in den Kern des Saugkörpers, schließt diese dort sicher ein und schützt die Haut gleichzeitig vor Rücknässung.
  Besonders innovativ ist ein neuartiger Saugstoff von HARTMANN, der mit Hilfe spezieller Moleküle unangenehme Gerüche sofort bindet, z.B. bei MoliCare, und auf diese Weise dafür sorgt, dass Blasenschwäche für Dritte unbemerkt bleibt. Dieses geschlossene System kann das Auslaufen weitgehend verhindern.
Neueste Entwicklungen gehen soweit, die Klebestreifen durch Klettverschlüsse und die Außenfolie durch luftdurchlässige Vliesteile im Hüftbereich bzw. durch eine textile Außenseite zu ersetzen. Damit wird der Inkontinenzslip atmungsaktiv und bietet somit eine bessere Hautverträglichkeit.
Inkontinenztrainers, engl. Pull-ups
  Die Inkontinenztrainers, engl. Pull-ups, wie z.B. MoliCare mobile, zieht man wie einen Slip an und kann sie im Bedarfsfall herunterziehen. Zur Entsorgung werden sie einfach seitlich aufgerissen. Sie geben den Betroffenen ein Stück Lebensqualität und Unabhängigkeit zurück, da man sie wie herkömmliche Unterwäsche verwendet.
Diese Produkte gibt es in verschiedenen Saugstärken – für leichte bis schwere Inkontinenz. Pull-ups, oder auch Inkontinenztrainers, sind vor allem für mobile Menschen geeignet. Sie sind allerdings nicht für häufiges Wechseln zu empfehlen, weil man dazu einen Teil seiner Kleidung ausziehen muss.
Diese Form der Inkontinenzhilfsmittel wird häufig zur Unterstützung des Toilettentrainings sowie zum Schutz vor Unfällen beim intermittierenden Selbstkatheterismus eingesetzt. Auch bei älteren Menschen in Alten- und Pflegeheimen finden sie häufige Verwendung.
Krankenunterlagen
Krankenunterlagen können als alleiniges Inkontinenzhilfsmittel eingesetzt werden, wenn die vorher erwähnten Einlagen oder Slips auf Grund von Hautproblemen nicht verwendet werden können. Aber oft dienen sie auch als zusätzlicher Bettschutz und geben den Betroffenen vor allem nachts ein Gefühl der Sicherheit.
  Bei diesen Produkten kann zwischen Krankenunterlagen aus Zellstoff, die nach Gebrauch entsorgt werden, und textiler Faser, die in der Waschmaschine gereinigt werden können, unterschieden werden. Ein breites Sortiment für die individuelle Versorgung bietet dabei MoliNea.
Ein Tipp:
Fragen Sie Ihren Apotheker nach Muster- und Probepackungen. Er wird Ihnen gerne helfen, das auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte Inkontinenzhilfsmittel zu finden.
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2. Ableitende Hilfsmittel
Kondomurinal
  Zu den meist verwendeten sammelnden Hilfsmitteln zählt das bei Männern eingesetzte Kondomurinal. Es besteht aus Latex und wird sachgerecht von einer Pflegekraft angepasst. Das Kondom haftet entweder selbst oder wird mit speziellen Hautklebestreifen befestigt.
Am unteren Ende des Urinalschlauchs befindet sich ein Ansatzstück, mit dem ein Auffangbeutel für Urin befestigt wird. Diese Auffangbeutel werden als Beinbeutel für bewegliche Personen und als Bettbeutel für die Nacht oder für bettlägerige Menschen angeboten. Die Beinbeutel können mit hautfreundlichen Klettbändern oder Manschetten sicher und unauffällig etwa an der Innenseite des Unterschenkels oder am Oberschenkel befestigt werden.
Einmalkatheter
Diese dauerhafte Form von ableitendem Hilfsmittel wird häufig im Rahmen des intermittierenden Selbstkatheterismus, kurz ISK, eingesetzt. Der Einmalkatheter ist sogar für Kinder einfach anzwenden. Ein dünner Kunststoffschlauch wird hierbei in die Blase eingeführt und der Urin kann abfließen.
Es gibt zahlreiche Systeme von Einmalkathetern. Bei manchen muss zuerst Gleitmittel in die Harnröhre gespritzt werden, andere Systeme müssen mit Wasser oder Kochsalzlösung aktiviert werden. Die modernsten Systeme sind bereits gebrauchsfertig verpackt.
Bei allen Systemen muss jedoch sehr großer Wert auf die Hygiene und das korrekte Einführen des Kunststoffschlauches gelegt werden. Nur so können die Gefahren von Infektionen und Verletzungen nahezu ausgeschlossen werden.
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3. Sonstige Hilfsmittel
Pessare
Pessare sind ein recht neues Produkt speziell für Frauen. Sie werden verstärkt bei Stressinkontinenz eingesetzt. Nach Anpassung durch den Arzt werden sie mit Gleitmittel in die Scheide eingeführt. Durch Ziehen wird der Spreizmechanismus aktiviert. Der daraus resultierende Druck führt zu einer Hebung des Harnleiters und des Blasenwinkels. Sie stützen somit die Harnblase, Harnröhre und Gebärmutter, wenn sich diese Organe aufgrund einer Schwäche des Beckenbodens gesenkt haben. Der Verschluss der Harnröhre durch die Beckenbodenmuskulatur wird dadurch wieder etwas verbessert. Pessare sollten jedoch nur als Übergangslösung eingesetzt werden. Nur in hohem Alter, wenn das Risiko eines chirurgischen Eingriffs zu groß wäre, können Pessare dauerhaft genutzt werden.
Harnröhrenstöpsel
Bei dem Harnröhrenstöpsel, dem so genannten Urethral plug, handelt es sich um ein Instrument, das tagsüber in die Harnröhre der Frau eingeführt wird und dadurch den Abfluss von Urin verhindert. Es wird nur zur Blasenentleerung entfernt. Um eine Infektionsgefahr zu vermeiden, muss der Harnröhrenstöpsel jedoch in regelmäßigen Abständen herausgenommen werden und ist nicht für alle Frauen zu empfehlen. Er kann einer Operationsvorbereitung dienen, da durch das Tragen auch die Beckenbodenmuskulatur gereizt und dazu stimuliert wird, ihre Funktion wieder besser auszuüben, oder man kann ihn benutzen, wenn bereits mehrere Operationen erfolglos verlaufen sind. Die Patientin muss jedoch in der Lage sein, den Stöpsel selbst einzusetzen.
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